Saisonbericht 2021 von Ronja Losert


Am 05.09.2021 fanden die Saarlandmeisterschaften über die olympische Distanz am Bostalsee statt. Nachdem 2020 das Rennen der Coronapandemie neben vielen anderen Veranstaltungen zum Opfer fiel sollte der Tag die erste olympische Distanz seit dem gleichen Rennen in 2019 für mich werden, welches ich verletzungsbedingt aufgeben musste. Ein Blick auf die Starterliste verriet mir, dass ich wohl lieber ausgeschlafen und regeneriert zum Wettkampf kommen sollte, wenn ich vorne mitspielen wollte.

Die Wettervorhersagen waren vielversprechend für den Tag. Nach problemloser Anreise und Empfang der Startunterlagen sowie dem 3G-Checkin schob ich mein Bike mit Maske und viel Abstand zu anderen Athleten in die Wechselzone. Ich besitze das Fahrrad seit Februar 2020, es sollte zum allerersten Mal in der Wechselzone auf mich warten. Gespannt war ich auch auf meine Vaporflys, die ich im Training nur kurz angelaufen war.

Ich tapte meine Zehen ab, zog meinen Neo an, der mir erfreulicherweise noch passte, und kraxelte in den Bostalsee. Die Sonne spiegelte sich auf dem Wasser, es war angerichtet. Nach dem Startschuss ging’s ab, Massenstarts hatte ich wirklich nicht vermisst. Ich fand keinen Rhythmus und rannte nach enttäuschenden 27:53 Minuten über die Zeitnahmematte.

Der Wechsel lief glatt, ich hatte mich entgegen dem Wechseltraining für einen Aufstieg mit Schuhen an den Füßen statt am Rad entschieden, da es am Aufstiegpunkt leicht ansteigend war. Das war nicht die schlechteste Entscheidung an dem Tag, nachdem sich fast ein Herr vor mir lang gemacht hätte. Das Radfahren lief gut, ich hatte gute Beine und konnte gut drücken. Am ersten Anstieg rief mir ein Zuschauer zu, dass ich sechste Frau sei. Das überraschte mich wegen meiner Treibholzaktion nicht sonderlich, nach 2/3 der Strecke hatte ich drei Frauen eingesammelt und lag auf Platz 4. Es ging in die Wechselzone zurück, Abstieg wie trainiert nach 1:13:37 Stunden, Wattleistung auf dem Punkt. Das war an dem Tag die zweitschnellste Radzeit, ich musste da lediglich Helen Wiehr aus Buschhütten den Vortritt lassen. Ein schneller Wechsel in die Vaporflys und viel Enthusiasmus brachten mich auf die Laufstrecke Richtung Wendepunkt. Ich lief recht schleppend an in der Hoffnung, schneller zu werden. Ich hielt Ausschau nach den Frauen und zählte durch: Es kamen mir zwei entgegen, besagter Einteiler aus Buschhütten und ein Mädel in schwarzer Laufhose und Top. Irgendwie fehlte da eine Frau, aber ich nahm es an der Wende so hin. Bedauerlicherweise für mich liefen die Mädels echt flott und ich musste feststellen, dass ich selbst nicht schnell laufen konnte. Es ging nicht viel mit den Beinen. Mit einer Zeit von 46:31 Minuten blieb ich deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Sicherlich machten mir auch körperliche Wehwehchen und die unverträgliche Verpflegung an dem Tag zu schaffen, ich hatte aber auch auf dem Rad zu viel Gas in den Spitzen gegeben. Ich schaute gar nicht mehr auf die Uhr und brachte es sauber zu Ende.

Im Ziel stellte sich heraus, dass das Mädel mit dem Top zu einer Staffel gehörte und ich so im offenen Wettbewerb Zweite geworden war. In der Meisterschaftswertung stand ich sogar ganz oben, weil Buschhütten nicht zum Saarland gehört. Ich darf mich also Saarlandmeisterin nennen. Leider fehlten einige Namen von der Starterliste und aufgrund meiner Leistung habe ich ein paar Tage gebraucht, um mich wirklich über den Titel freuen zu können.

Mittlerweile ist diese Freude jedoch ungetrübt und ich bin stolz darauf, für den LTF ein letztes Mal den Titel geholt zu haben. Im nächsten Jahr werde ich nicht mehr für den LTF starten; privat liegt mein Lebensmittelpunkt nicht mehr im Saarland und ich habe mich einem örtlichen Triathlonverein angeschlossen. Ich möchte mich herzlichst beim Verein für den gemeinsam gegangenen Weg bedanken und all die schönen Dinge, die ich erleben durfte und bekommen habe. Es waren ereignisreiche und spannende 5 Jahre, die ich nicht vermissen möchte. Weiterhin wünsche ich dem LTF alles Gute für die Zukunft. Man wird sich auf den regionalen Veranstaltungen wiedersehen, ganz bestimmt!

Beste Grüße
Ronja